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Väter und Elterngeld

Regionale Unterschiede der Väteranteile und der geplanten Bezugsdauer

Weniger Männer in Deutschland erhalten Elterngeld. 2025 bekamen rund 417.000 Männer bundesweit Elterngeld. 2024 waren es noch rund 15.000 mehr gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 3,4 Prozent. Bei den Frauen war der Trend ebenfalls rückläufig (-3,8 Prozent zum Vorjahr). Die Anzahl der Frauen, die Elterngeld beziehen, ist 2025 mit rund 1,2 Millionen fast dreimal so hoch wie die der Männer. Das Verhältnis entspricht somit dem des Vorjahres. 

Zusammengefasst ist festzustellen, dass sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Zahl der Elterngeldempfänger zurückgeht. In der Entwicklung der Zahlen für die letzten 10 Jahre lag der höchste Wert der Elterngeldempfänger und Elterngeldempfängerinnen bei rund 482.000 Männern in 2022 und bei 1,4 Millionen Frauen in 2019.

Elterngeld ist eine Geldzahlung des Staates an Eltern, die sich in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes (größtenteils im ersten Lebensjahr) um dessen Betreuung kümmern und dafür nicht oder weniger erwerbstätig sind.

 

Der Väteranteil im Zeitvergleich

Ein Indikator, wie groß der Anteil von Männern an der frühkindlichen Betreuung ist, ist der sogenannte Väteranteil beim Elterngeld. Dieser lag in Deutschland 2025 bei 25,9 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (0,1 Prozentpunkte). 2016 lag der Väteranteil bei 22,7 Prozent, 2022 bei 26,1 Prozent.

Der Anteil Väter, der sich vom Job eine Auszeit für die Kinderbetreuung nimmt, stieg in den letzten Jahren kontinuierlich. Der Anteil der männlichen Elterngeldempfänger, der vor der Geburt einer Erwerbstätigkeit nachging, lag 2025 bei 96 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (95,9 Prozent) und 3,1 Prozentpunkte mehr als 2016.

Der Väteranteil gibt den Anteil der Männer an allen Elterngeldbeziehenden wieder. Er würde also genau 50 Prozent betragen, wenn bei allen Kindern sowohl der Vater als auch die Mutter gleichermaßen Elterngeld beziehen würden.

 

Wo gibt es in Deutschland die höchsten Väteranteile?

Von Bundesland zu Bundesland fallen die Väteranteile beim Elterngeld verschieden aus. Den höchsten Väteranteil 2025 verzeichnete wie schon in den Jahren zuvor Sachsen mit 30,0 Prozent, den niedrigsten Anteil wies das Saarland mit 21,0 Prozent auf.

Größere Unterschiede bei den Väteranteilen lassen sich darüber hinaus auf der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte identifizieren. Die niedrigsten Väteranteile gab es 2025 in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Gelsenkirchen. In diesen Städten lag der Väteranteil zwischen 14,2 und 15,4 Prozent. Die höchsten Väteranteile verzeichneten dagegen die Universitätsstädte Jena (34,6 Prozent), Freiburg im Breisgau (34,3 Prozent) und Heidelberg (33,9 Prozent).

Beim Großteil der Kreise und kreisfreien Städte ist der Väteranteil seit 2016 gestiegen ist. Nur bei 17 der insgesamt 400 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland war der Väteranteil 2025 niedriger als 2016. Aktuell stellt sich die Entwicklung so dar, dass 2025 der Väteranteil im Vergleich zum Vorjahr 2024 in 183 der Kreise und kreisfreien Städten gesunken und in 22 Kreisen und kreisfreien Städten unverändert blieb.

In Berlin beziehen Männer mit gut 5 Monaten bundesweit am längsten Elterngeld

Der Väteranteil ist begrenzt aussagekräftig, um die Beteiligung von Männern beim Elterngeldbezug darzustellen. Zusätzlich ist es wichtig, die Bezugsdauer von Elterngeld bei Männern und Frauen einzubeziehen. Die durchschnittliche voraussichtliche Bezugsdauer von Elterngeld bei Männern lag 2025 deutschlandweit wie im Jahr zuvor bei 3,8 Monaten. 2022 hatte sie 3,6 Monate betragen. Zum Vergleich: Frauen planten 2025 durchschnittlich mit 14,9 Monaten Elterngeldbezug.

Auch hier zeigen sich auf Ebene der Bundesländer merkliche Unterschiede: So lag die voraussichtliche Bezugsdauer von Vätern 2025 mit durchschnittlich 5,3 Monaten am höchsten in Berlin und mit 3,3 Monaten am niedrigsten in Baden-Württemberg.

 

Die meisten Männer nutzen weiterhin nur Basiselterngeld

Für die durchschnittliche voraussichtliche Bezugsdauer von Männern ist nicht nur entscheidend, wie Eltern die Monate des Elterngeldanspruchs untereinander aufteilen, sondern auch, ob das sogenannte Basiselterngeld oder das ElterngeldPlus in Anspruch genommen wird. Denn das ElterngeldPlus kann doppelt so lange bezogen werden wie das Basiselterngeld, fällt jedoch in der Regel geringer aus. Darüber hinaus können Familien den sogenannten Partnerschaftsbonus bekommen, wenn beide Elternteile zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche in Teilzeit erwerbstätig sind. Dieser Bonus ermöglicht bis zu vier weitere Monate ElterngeldPlus pro Elternteil. 

Die meisten Männer, die 2025 Elterngeld erhalten haben, bezogen nur das Basiselterngeld (73,9 Prozent). Bei Frauen lag der Anteil dagegen bei 54,8 Prozent. Der Anteil der Männer mit Basiselterngeld ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. 2016 lag er bei 91,8 Prozent, 2022 noch bei 83,9 Prozent. Der Anteil der Männer, die zumindest anteilig auch ElterngeldPlus (inklusive Partnerschaftsbonus) bekommen, ist daher seit 2016 von 8,2 Prozent auf 26,1 Prozent im Jahr 2025 gestiegen.

Den höchsten Anteil der Männer mit Bezug von ElterngeldPlus an allen Elterngeld beziehenden Männern gab es 2025 in Berlin (39,9 Prozent), den niedrigsten in Sachsen-Anhalt (20,8 Prozent). Tendenziell zeigt sich, dass je höher der Anteil der Männer mit ElterngeldPlus-Bezug ist, desto länger ist auch die durchschnittliche geplante Bezugsdauer von Elterngeld bei Männern in einem Bundesland.

 

Differenziert nach Kreisen und kreisfreien Städten lag der Anteil der Männer mit ElterngeldPlus-Bezug 2025 im Landkreis Dingolfing-Landau mit 11,8 Prozent am niedrigsten, gefolgt vom Landkreis Günzburg 13,0 Prozent. Am höchsten lag der Anteil der Männer mit ElterngeldPlus-Bezug in Jena (Thüringen) mit 44,1 Prozent, in Potsdam mit 43,7 Prozent sowie in Bonn mit 43,3 Prozent. 

Insgesamt zeigt sich, dass der Männeranteil mit Elterngeld Plus-Bezug weiter an Bedeutung gewinnt. Nur in den Landkreisen Vulkaneifel, Altenburger Land und Schmalkalden-Meiningen sowie der kreisfreien Stadt Ingolstadt war in 2025 gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang der Anteile von Männern festzustellen, die ElterngeldPlus bezogen haben. In allen anderen Kreisen und kreisfreien Städten stieg deren Anteil.

Hinweis: Abweichungen von veröffentlichten Ergebnissen auf Länderebene basieren auf der Tatsache, dass die Standardveröffentlichungen nach Bundesländern nach dem Sitz der Elterngeldstelle ausgewertet werden, die Kreisauswertung jedoch nach dem Wohnsitz der Leistungsbeziehenden. Im Ausland lebende Leistungsbeziehende können nicht einem Kreis bzw. Bundesland zugeordnet werden.

Was ist Elterngeld überhaupt?

Elterngeld ist eine Transferzahlung des Staates an Eltern. Es soll das Einkommen ausgleichen, das sie während der Elternzeit verlieren, wenn sie weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Eltern, die sich in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes (größtenteils im ersten Lebensjahr) um dessen Betreuung kümmern und nicht oder höchstens 32 Stunden pro Woche arbeiten, können Elterngeld beantragen. Wie hoch das Elterngeld ausfällt, ist dabei abhängig vom Nettoeinkommen des jeweiligen Elternteils vor Geburt des Kindes. Das sogenannte Basiselterngeld beträgt meist 65 Prozent des Voreinkommens, mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro pro Monat. Das Basiselterngeld wird in der Regel bis zu 14 Monate nach der Geburt des Kindes gezahlt. Dabei können Eltern die 14 Monate untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann jedoch nur höchstens 12 Monate Basiselterngeld beziehen.

Darüber hinaus können Eltern seit Juli 2015 statt dem Basiselterngeld das sogenannte ElterngeldPlus in Anspruch nehmen oder beides kombinieren. Das ElterngeldPlus wird doppelt so lange gezahlt wie das Basiselterngeld. Die Höhe ist jedoch begrenzt und in der Regel halb so hoch wie das Basiselterngeld, wenn Eltern nicht arbeiten. Es beträgt maximal 900 Euro im Monat. Das ElterngeldPlus lohnt sich vor allem für Eltern, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten möchten.