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Der AK UGRdL

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Der AK UGRdL

Zielsetzungen der UGR

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen – im Rahmen der amtlichen Statistik – die Datengrundlage für umweltpolitische Diskussionen und Entscheidungen bereit. Sie beschreiben die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, privaten Haushalten und Umwelt. Dazu werden beispielsweise Bereiche wie Rohstoff-, Energie-, Wasser- oder Flächenverbrauch sowie Abfall- und Abwasserentsorgung oder Luftemissionen betrachtet. Im Vordergrund stehen dabei die folgenden Fragestellungen:

  • Wie stark ist die Umweltbelastung?
  • Wie ist der Umweltzustand?
  • Werden Umweltschutzmaßnahmen ergriffen?

Die UGR wurden als Satellitensystem zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) konzipiert, d. h. sie ergänzen diese durch eine Quantifizierung des „Produktionsfaktors Umwelt“, der mit ökonomischen Größen in Beziehung gesetzt wird, folgen dabei aber zugleich so weit wie möglich den Konzepten, Klassifikationen sowie Regeln und Buchungsvorgaben der VGR. Damit ist gewährleistet, dass die Daten beider Gesamtrechnungen kompatibel sind.

Die Ergebnisse und Informationen der UGR sind bei der – auch auf Länderebene immer wichtiger werdenden – Formulierung konkreter politischer Ziele für die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung bedeutsam, weil dabei gleichzeitig verschiedene Bereiche, nämlich Wirtschaft, Umwelt und Soziales, eine Rolle spielen. Die für einen solchen umfassenden Politikansatz benötigte Analyse muss auf einer Datengrundlage basieren, die alle betroffenen Themen einschließt. Dies wird auf Bundes- und Länderebene durch Gesamtrechnungsansätze wie die der VGR, der UGR und der Sozioökonomischen Gesamtrechnungen erreicht.

Die UGR auf Bundesebene

Welche Rolle spielt die Umwelt für die Ökonomie? Und welche Auswirkungen haben umgekehrt die wirtschaftlichen Aktivitäten auf die Umwelt? Mit diesen Wechselwirkungen beschäftigen sich die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) des Statistischen Bundesamtes. Dazu untersuchen sie die gegenseitigen Einflüsse von wirtschaftlichen Aktivitäten und Umweltbeeinträchtigungen, beschreiben die Veränderungen des Umweltzustandes und erfassen Umweltschutzmaßnahmen. Mit dieser Vorgehensweise, dem sogenannten „Driving Forces Pressure-State-Response-Schema“ (DPSR-Schema), wird berücksichtigt, dass die wirtschaftlichen Maßnahmen – beispielsweise in Form von Rohstoffentnahmen, Luftemissionen oder Versiegelung von Fläche – in unterschiedlicher Weise Einfluss auf die Natur nehmen und somit den Umweltzustand verändern. Die Menschen reagieren darauf, indem sie versuchen, eingetretene Schäden zu sanieren oder zumindest die Einwirkungen auf die Natur zu verringern.

Für die Umsetzung dieses Ansatzes sind somit Informationen zu den Bereichen Umweltbelastung, Zustand der Umwelt und Umweltschutzmaßnahmen erforderlich. Die Realisation durch die UGR des Statistischen Bundesamtes erfolgt in drei zentralen Modulen:

  1. Material- und Energieflussrechnung – Physische Stromrechnung
    Dieses Modul stellt die mit dem Wirtschaftsprozess verbundenen Materialströme dar. Dabei stehen insbesondere Materialströme aus dem Naturvermögen im Vordergrund, die – anders als die in den VGR betrachteten Größen – originär in physischen Einheiten vorliegen und die sich größtenteils nur schwer monetär bewerten lassen. Dazu gehören beispielsweise als Kennziffern für die stoffliche Belastung der Umwelt die Entnahme von Rohstoffen aus der Natur und die Abgabe von Rest- und Schadstoffen.
  2. Umweltzustand – Quantitative und qualitative Bestandsveränderungen des Naturvermögens in physischen Einheiten
    Dieses Modul befasst sich mit der Darstellung der Naturvermögensbestände in nicht-monetären Einheiten. Ein zentraler Bestandteil des Moduls ist die Bodengesamtrechnung der UGR. Ausgewiesen werden hier Landflächen nach der Art der Nutzung sowie differenziert nach ökonomischen Aktivitäten und den wirtschaftlichen Akteuren, die für diese Nutzung verantwortlich sind.
  3. Umweltschutzmaßnahmen – Umweltbezogene monetäre Ströme und Bestände
    Dieses Modul konzentriert sich sowohl auf die Erfassung von privaten und öffentlichen Ausgaben zugunsten des Umweltschutzes als auch auf die Erfassung von umweltbezogenen Steuern und Abgaben.

Ergänzt wird diese Darstellung durch die sektoralen Berichtsmodule „Verkehr und Umwelt“ und „Landwirtschaft und Umwelt“, die für ausgewählte wirtschaftliche Aktivitäten die Beziehungen Wirtschaft zu Umwelt konzentriert darstellen.

Entwicklung und Vorgehensweise des Arbeitskreises UGRdL

Der Aufbau der UGR wurde zunächst auf Bundesebene vorangetrieben. Da aber die Umweltpolitik auch auf der Ebene der Länder einen hohen Stellenwert hat, besteht die Notwendigkeit, auch regionale Unterschiede von Belastung und Zustand der Umwelt aufzeigen zu können. Daher ist unter Federführung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (jetzt Information und Technik Nordrhein-Westfalen) 1998 die Arbeitsgruppe UGRdL gegründet worden.
Zunächst arbeiteten nur neun Statistische Landesämter mit, aber die Zahl der Mitglieder wuchs ständig und seit März 2009 sind alle Statistischen Ämter der Länder beteiligt. Deshalb beschloss die Amtsleitertagung im Mai 2009, die Arbeitsgruppe in Arbeitskreis UGRdL umzubenennen.

Ausgehend von der UGR des Bundes wurde ein Konzept für eine koordinierte regionale UGR erarbeitet. Die Umsetzung erfolgt – wie auf Bundesebene – schrittweise, d. h. der Schwerpunkt liegt zunächst auf der physischen Stromrechnung oder Material- und Energieflussrechnung. Da die UGR eine Zusammenführung der Ergebnisse verschiedener statistischer Erhebungen sind (Sekundärstatistik), besteht der erste Arbeitsabschnitt in der Sammlung und Sichtung der benötigten Daten. Auf Grundlage der Berechnungen des Statistischen Bundesamtes werden dann die Methoden für die Regionalberechnungen entwickelt. Die Bereitstellung von Ergebnissen erfolgt zurzeit auf der Ebene der Länder. In der Zukunft werden aber auch Berechnungen von UGR-Daten für Regierungsbezirke oder auf Kreisebene erfolgen.

Bei den bisherigen Methodenentwicklungen haben sich folgende Schwierigkeiten ergeben:

  • Auf Länderebene existieren keine Input-Output-Tabellen, sodass die UGR-Berechnungen auf Länderebene anders als beim Statistischen Bundesamt nur nach Wirtschaftszweigen durchgeführt werden können.
  • Einzelne Daten, die in der Bundesrechnung genutzt werden, liegen auf Länderebene nicht vor. In solchen Fällen müssen alternative Datenquellen erschlossen oder Schätzansätze entwickelt werden.
  • Bei einigen Berechnungen auf Länderebene müssen zusätzliche Größen berücksichtigt werden. So wird z. B. zur Ermittlung des Inlandsverbrauchs bei der Rohstoffrechnung der Empfang und Versand von und in andere Länder in die Rechnung einbezogen. Da diese Notwendigkeit auf Bundesebene nicht besteht, ist hier die Entwicklung einer vollständig neuen Methodik erforderlich.
  • Bei der Berechnung der nicht abgestimmten, unkoordinierten Länderwerte entspricht deren Summe in der Regel nicht dem Bundeswert. Die Durchführung einer Abstimmung derart, dass die Summe der Länderergebnisse an den Bundeswert angepasst wird, ist in der UGRdL teilweise schwierig, da – wie oben ausgeführt – gewisse methodische Unterschiede zwischen Bundes- und Länderrechnung nicht vermeidbar sind. Außerdem können aufgrund fehlender Basisdaten nicht immer für alle Länder UGR-Ergebnisse berechnet werden, so dass bereits die Bildung der Ländersumme in einigen Fällen unmöglich ist. Dies ist beispielsweise bei UGR-Daten der Fall, für die Energiebilanzen erforderlich sind.

Tätigkeiten und Produkte des Arbeitskreises UGRdL

Wie bereits erläutert, bestand der erste Arbeitsabschnitt beim Aufbau der UGRdL in der Sammlung und Sichtung der benötigten Daten aus Primärstatistiken. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um Zeitreihen zu den verschiedenen Themengebieten der UGRdL. Diese so genannten „Basisdaten“ werden in Tabellen zusammengestellt, die zwischen den Mitgliedern abgestimmt wurden. Diese Tabellen sind bei dem zuständigen statistischen Landesamt erhältlich. Von einigen Landesämtern werden sie auch regelmäßig veröffentlicht (vgl. Veröffentlichungsverzeichnis).

Erste Ergebnisse und Methodenbeschreibungen hat die Arbeitsgruppe im Juni 2004 auf ihrem Kongress in Düsseldorf präsentiert. Dabei handelte es sich in erster Linie um Zeitreihen und Indikatoren. Am 21. Juni 2016 fand in Düsseldorf der inzwischen 5. Kongress statt mit dem Thema „Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft – den Kreis schließen“. Jeweils im Herbst erscheint die jährliche Gemeinschaftsveröffentlichung „Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder“. Die Publikation besteht aus einem Analyse-, einem Tabellen- und einem Grafikband, die elektronisch verfügbar sind. Im Analyseband wird jedes Jahr ein Schwerpunktthema ausführlicher betrachtet. Außerdem wird in der Rubrik Länderergebnisse durch ausgewählte Daten ein Einblick in klassische Themengebiete der UGRdL gegeben. Diese Tabellen werden zweimal jährlich aktualisiert.

Organisation des Arbeitskreises UGRdL

Zwischen den Mitgliedern wurde eine Arbeitsteilung vereinbart: Jedes Mitglied hat sich auf einen Teilaspekt der UGRdL spezialisiert und bearbeitet diese Aufgabe für alle Länder. Dadurch ist die erforderliche Einheitlichkeit der Berechnungsmethoden und somit die Vergleichbarkeit der Ergebnisse aller Länder sichergestellt.

Eine Mitgliederliste des Arbeitskreises mit den jeweils zuständigen Ansprechpartner(inne)n finden Sie hier.

Geschäftsstelle

Information und Technik Nordrhein-Westfalen - Geschäftsbereich Statistik -

Vorsitz:
Präsident Hans-Josef Fischer

Organisation:
Referat 543 – Gesamtrechnungen
Dr. Olivia Martone
 +49 211 9449-3937

Dijana Hützen
 +49 211 9449-2957

Sven Reimann
 +49 211 9449-2956

Postfach 101105
40002 Düsseldorf

Mitglieder des Arbeitskreises

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Birgit John
 +49 711 641-2418

Bayerisches Landesamt für Statistik
Christian Dirscherl
  +49 911 98208-6501

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Andrea Orschinack
  +49 331 8173-1240

Statistisches Landesamt Bremen
Dr. Stefan Veith
  +49 421 361-2488

Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Dr. Hendrik Tietje
  +49 431 6895-9196

Hessisches Statistisches Landesamt
Dr. Anne-Katrin Wincierz
  +49 611 3802-456

Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern
Gesa Buchholz
 +49 385 588-56434

Landesamt für Statistik Niedersachsen
Uwe Mahnecke
 +49 511 9898-2429

Information und Technik Nordrhein-Westfalen
Dr. Olivia Martone
 +49 211 9449-3937

Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz
Dr. Ninja Lehnert
 +49 2603 71-3430

Landesamt für Zentrale Dienste – Statistisches Amt Saarland
Karl Schneider
 +49 681 501-5948

Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen
Sylvia Hoffmann
 +49 3578 33-3450

Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
Antje Bornträger
 +49 345 2318-339

Thüringer Landesamt für Statistik
Dr. Oliver Greßmann
 +49 361 57331-9211

 

Statistisches Bundesamt
Helmut Mayer
 +49 611 75-2784

Länderinitiative Kernindikatoren
Vorsitz: Dr. Jürgen König
 +49 351 2612-2100

Redaktionelle Verantwortung im Sinne des Presserechts


 +49 211 9449-3937

Ansprechpartner für inhaltliche Fragen und Anregungen


 +49211 9449-2957


 +49 211 9449-3937


 +49 211 9449-2956

 

Copyright

© Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder. Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.

Haftungsausschluss

Der Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder erstellt seine Ergebnisse mit anerkannten statistischen und rechentechnischen Verfahren, unter Einbeziehung umfangreicher Plausibilitäts- und Qualitätsprüfungen und dadurch mit einem Höchstmaß an Zuverlässigkeit.

Für etwaige Satzfehler sowie für die Richtigkeit der Eintragungen übernimmt der Arbeitskreis Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder keine Gewähr. Er haftet auch nicht für Schäden durch unsachgemäßen Umgang mit den statistischen Daten.

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